Dipl. Psych. Ulrich Stuck

Patienteninformation    Praxisferien    Kontakt | Impressum    Home
Psychologischer Psychotherapeut

Es freut mich, dass Sie den Weg in meine Praxis gefunden haben, um eine psychotherapeutische
Behandlung zu machen. Dieser Handzettel soll Ihnen zuvor einige organisatorische Fragen beantworten.

Bevor Sie eine psychotherapeutische Behandlung beginnen können, müssen einige Fragen geklärt und
ein Antrag für die Kostenübernahme durch Ihre Krankenkasse gestellt werden.

Trägt meine Krankenkasse die Kosten einer psychotherapeutischen Behandlung?
Eine psychotherapeutische Behandlung gehört zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.
Wenn Sie also gesetzlich versichert sind, dann bedeutet das für Sie, dass Ihre Krankenkasse die Kosten
für die Behandlung bezahlt. Vorgespräche dienen dazu, Indikation und Vorgehen in der Behandlung abzuklären.
Paargespräche, Coaching und Beratung in Erziehungsfragen sind nicht Behandlung einer Krankheit. Hier kommt
die Krankenkasse nicht für die Behandlungskosten auf, diese müssen von Ihnen selber getragen werden.

Was ist ein Vorgespräch?
In den in der Regel fünf Vorgesprächen zeigt sich, ob es zwischen Ihnen und Ihrem Therapeuten, jetzt also mir,
zu einer produktiven Arbeitsebene kommt. Umgangssprachlich kann man sagen, der Kontakt zwischen Ihnen
und mir muss stimmen. Sie sollten das Gefühl bekommen, hier am richtigen Ort zu sein. Sie müssen kein
Harmoniegefühl erwarten. Wenn Sie häufig Abneigungsgefühle bei sich kennen, dann kann es durchaus sein,
dass diese auch hier auftreten. Wichtig ist, dass Sie den Eindruck gewinnen, diese Gefühle hier bearbeiten
zu können. Umgekehrt brauche auch ich das Gefühl, dass Sie bei mir an der richtigen Stelle sind. Mitunter
kann es sinnvoll sein, mit verschiedenen Psychotherapeuten ein Gespräch zu führen, um gemeinsam zu klären,
ob Sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen können.

Wenn ich einen Eindruck von dem Ausmaß und der Struktur ihrer Schwierigkeiten bekommen habe, werde ich
mit Ihnen besprechen, welche Therapiemethode und welcher Therapieumfang erforderlich sind, auch was für
Sie und mich annehmbar ist. Die Therapiemethoden, die ich anbiete, sind eine tiefenpsychologisch fundierte
Psychotherapie, eine psychoanalytische Psychotherapie und Gruppentherapie. Es gibt darüber hinaus noch
eine Reihe weiterer Therapiemethoden, von denen die Verhaltenstherapie die vielleicht wichtigste auch von
der Kasse anerkannte Therapiemethode ist. Wenn ich den Eindruck bekomme, Sie wären bei einer Kollegin
oder einem Kollegen besser aufgehoben, werde ich es Ihnen sagen.

Und nach dem Vorgespräch wird der Antrag an die Krankenkasse gestellt?
Erst wenn sich beide Seiten, Sie und ich, für eine Zusammenarbeit entschieden haben, stellen Sie einen Antrag
auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse. Einen entsprechenden Antrag formuliere ich. Dieser Antrag ist
anonymisiert und wird durch einen unabhängigen Gutachter beurteilt. Häufig stelle ich zunächst einen Antrag
auf Kurzzeittherapie mit 25 Sitzungen; für diese ersten 25 Sitzungen muss ich noch keinen Antrag für Sie
schreiben. Danach können wir besser entscheiden, auf welches therapeutische Setting wir uns einigen können.
Entsprechend der Empfehlung dieses Gutachters übernimmt Ihre Krankenkasse die Kosten der Psychotherapie.
Für eine tiefenpsychologische fundierte Psychotherapie werden nach einer Kurzzeittherapie von 25 Sitzungen
zunächst insgesamt 50 Stunden (also weitere 25) und für eine psychoanalytische Therapie 160 Stunden
(weitere 135) bewilligt. Der Umfang einer tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie sind 80 Sitzungen,
der einer Psychoanalyse 240 Sitzungen. Ich benötige auch einen Konsiliarbericht von Ihnen, dass keine
körperliche Erkrankung Ursache Ihrer psychischen Schwierigkeiten ist. Den Bericht kann jeder Arzt ausfüllen,
also auch jeder Facharzt. Das Formblatt können Sie auch von mir bekommen.

Und wenn der Antrag bewillig ist: Wie läuft dann meine Therapie ab?
Eine psychotherapeutische Sitzung dauert 50 Minuten. Sie findet immer am selben Wochentag zur selben Zeit
statt, also z. B. dienstags von 14:00 Uhr bis 14:50 Uhr. Es kann auch sein, dass Sie an mehreren Wochentagen
zu festen Terminen kommen, also z. B. montags und freitags. Das hängt von der Diagnose und der Art der
Therapie ab. Zu Anfang, also während der Vorgespräche, kann ich Ihnen keinen festen Termin geben.

Ist das alles dasselbe, wenn ich privat versichert bin?
Private Krankenversicherungen haben unterschiedliche Vertragsbedingungen für psychotherapeutische
Behandlungen. Einige wenige Privatkassen akzeptieren keine psychologischen Psychotherapeuten, bei einigen
ist die Anzahl von Sitzungen im Versicherungsjahr begrenzt, bei anderen die jährliche Honorarsumme.
Sie sollten ihre Vertragsbedingungen klären, während Sie die Vorgespräche führen. Vorgespräche werden
auch von den privaten Kassen immer beglichen, jedenfalls ist mir kein gegenteiliger Fall bekannt.

Kann ich meine Therapie selber bezahlen?
Das ist möglich, wenn Sie und ich gemeinsam zu der Auffassung kommen, dass das in Ihrem Fall
sinnvoll ist.
Die Gruppentherapie müssen Sie bei mir immer selber bezahlen. Sie ist bei mir eine sogenannte IGeLLeistung
(Individuelle Gesundheitsleistung). Es gibt aber durchaus Kolleginnen und Kollegen, die Gruppentherapie als
Kassenleistung anbieten.

Was passiert, wenn ich einen Termin nicht einhalte?
Wenn Sie einen Termin nicht einhalten können, dann sagen Sie bitte mindestens zwei Werktage vorher ab.
Oder noch besser: Je früher Sie absagen, umso eher kann ich den Termin anderweitig nutzen. Wenn Sie sich
nicht an diese Regel halten, verlange ich von Ihnen ein Ausfallhonorar, ein sogenanntes Bereitstellungshonorar.
Das heißt im Klartext: Sie zahlen die ausgefallene Stunde selbst. Eine gruppentherapeutische Sitzung, die Sie
nicht wahrnehmen, müssen Sie in jedem Fall bezahlen.

Dürfen Sie als mein Psychotherapeut Anderen etwas über mich erzählen?
Nein, das darf ich nicht und tue es selbstverständlich auch nicht. Die Verschwiegenheit gehört ebenso wie das
sogenannte Abstinenzgebot – die Regel, dass es zu keiner persönlichen Kontaktaufnahme zwischen Patient und
Therapeut außerhalb der therapeutischen Situation kommt - zu den Grundlagen des therapeutischen Arbeitens.
Sie müssen sicher sein können, dass Informationen, die sie mir geben, den Therapieraum nicht verlassen.
Wenn jemand nachfragt: Angehörige, Freunde oder Ihr Arbeitgeber, werde ich erst Sie befragen, ob Sie
wünschen, dass ich inhaltlich mit jemandem spreche. Aber auch hier kann es sein, dass ich in bestimmten
Fällen diesem Wunsch nicht entsprechen möchte.

Wann ist eine psychotherapeutische Behandlung zu Ende?
Das Ende der Behandlung wird gemeinsam festgelegt. Wenn Sie die Behandlung vorzeitig beenden
wollen, sie also abbrechen wollen, sollten Sie herausfinden, warum. Um das herauszufinden, brauchen
Sie mindestens vier Wochen, manchmal auch länger, je nach Dauer der bisherigen Therapie. Es sollte
Ihnen dabei deutlich werden, ob Sie Ihre Therapie unterbrechen, abbrechen oder ganz beenden wollen.
Ein Therapieabbruch ist – mit wenigen Ausnahmen – dem Heilungsprozess nicht förderlich, sondern
wirft Sie zurück. Es kann auch sein, dass Sie einen wesentlichen Punkt Ihrer Lebensgeschichte wieder
erleben und deshalb die Therapie abbrechen wollen.

Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen!

Download PDF